Daum gesteht Drogen-Konsum "Ich bedaure zutiefst, was mit Uli Hoeneß und seiner Familie passiert ist" Köln - Ein geläuterter Christoph Daum hat sich am Freitag als reuiger Drogen-Sünder präsentiert. Braun gebrannt und in gelöster Stimmung gestand der ehemalige Trainer von Bayer Leverkusen erstmals, Kokain genommen zu haben. Außerdem entschuldigte sich Daum beim designierten DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder sowie bei Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager hatte die Affäre vor knapp drei Monaten ins Rollen gebracht. Geständnis und Entschuldiungen Daum schloss nicht aus, doch noch "irgendwann mal Bundestrainer zu werden. Ich gebe klar und offen zu, mit Drogen in Kontakt gekommen zu sein und Kokain genommen zu haben. Es waren aber nur gelegentliche Einnahmen im privaten Bereich", erklärte Daum erkennbar erleichtert auf einer Pressekonferenz im überfüllten Rhein-Saal des Kölner Hyatt-Hotels. Daum räumte "unentschuldbare Fehler" ein und beendete damit ein wochenlanges Versteck- und Verwirrspiel. Bei seinem Geständnis betonte Daum, "dass von einer Sucht oder einer Krankheit keine Rede sein kann". "Kein Kavaliersdelikt" Schon seit einiger Zeit konsumiere er keine Drogen mehr, erklärte der 47 Jahre alte Fußballlehrer. Er stellte aber klar: "Ich weiß, dass dies kein Kavaliersdelikt ist. Ich bin mir der Tragweite durchaus bewusst und übernehme auch die Verantwortung. Ich gebe klar und offen zu, mit Drogen in Kontakt gekommen zu sein und Kokain genommen zu haben" Daum weiter: "Das war nicht richtig. Ich bedaure das zutiefst. Ganz knallhart gesagt: Ich habe gelogen und ganz klar einen Fehler gemacht." Einen Rückfall schloss er "rigoros" aus. "Bin der richtige Mann" Der Rheinländer außerte die Hoffnung, in der Zukunft doch noch Bundestrainer werden zu konnen: "Ich halte mich nach wie vor für den richtigen Mann." Zuvor sei auch eine Tätigkeit in der kommenden Saison in der Bundesliga nicht ausgeschlossen: "Ich bin nach allen Seiten offen". Reumütig zeigte sich Daum auch gegenüber seinem einstigen Rivalen Hoeneß. "Ich bedauere, was sich in diesem Zusammenhang für Uli Hoeneß und seine Familie ergeben hat. Das tut mir leid. Dafür werde ich mich auch noch persönlich bei ihm entschuldigen." Hoeneß ging auf das Gesprachsangebot ein: "Natürlich nehme ich das an". Auch mit dem kommissarischen DFB-Präsidenten Mayer-Vorfelder will Daum ein Gespräch suchen: "Ich möchte mich in aller Form bei ihm entschuldigen. Ich habe ihn im Regen und im Dunkeln stehen lassen, und das tut mir leid. Ich habe ihm mit meinem Verhalten geschadet." Daum nannte Schmerzen einer Hüftarthrose als Grund fur den Drogen-Konsum. Die am neunten Oktober vorgenommene Haaranalyse bezeichnete Daum "im Nachhinein als Fehler". Seine Erklärungen seien in diesem Zusammenhang "genauso Mist gewesen". Er sei jedoch zum damaligen Zeitpunkt zu sehr unter Druck geraten und war bereit "einiges zu riskieren", um sich den Traum als Bundestrainer zu erfüllen. Am schwersten sei es gewesen, die Sache der Familie, vor allem den Kindern zu erklären: "Das waren schwierigere Gespräche als heute an die Öffentlichkeit zu gehen." An Weihnachten hatte er seinen beiden Sohnen gebeichtet, mit Drogen in Kontakt gekommen zu sein. Als Daum um exakt 12.23 Uhr im hellgrauen Anzug, mit blauem Hemd und gelber Krawatte im Hotel eintraf, mussten ihm vier Bodyguards den Weg durch die Menge zum Aufzug bahnen. Bereits mehrere Stunden vorher hatten 30 Kamerateams, rund 50 Fotografen, 200 Journalisten sowie etliche Schaulustige das Nobel-Hotel im Stadtteil Deutz belagert. Drei TV-Anstalten übertrugen Daums Geständnis vor einem Millionen-Publikum zudem live. |