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Im Sportstudio flogen die Fetzen.
Berlin - Die innige Feindschaft zwischen Uli Hoeneß und Christoph Daum ist schon über elf Jahre alt. Geboren wurde sie am 15. Mai 1989 im Aktuellen Sportstudio. An jenem denkwürdigen Abend saßen sich dort die Gespanne Hoeneß / Heynckes (Bayern München) und Lattek/Daum (1. FC Köln) gegenüber. Es war das Gipfeltreffen der Liga. Favorit Bayern wankte damals, der Überraschungszweite Köln unter Trainer-Nobody Daum griff nach dem Titel.
Der aufbrausende Daum hatte schon vorher markige Sprüche losgelassen ("Die Wetterkarte ist interessanter als Heynckes"). Im Sportstudio flogen dann die Fetzen. Für den geschockten Heynckes schoss dessen Freund Hoeneß zurück: "Du überschätzt Dich maßlos." Daum konterte: "Um das Maß an überschätzung zu erreichen wie Du, muss ich 100 Jahre alt werden."
Das hat sich Hoeneß gemerkt. Immer wieder stichelt er seitdem gegen Daum. "Der wird in 100 Jahren nicht vor uns stehen", sagte Hoeneß. Auch nachdem Daum mit dem VfB Stuttgart 1992 das Gegenteil bewiesen hatte, verhöhnte Hoeneß den "Sprücheklopfer" Daum.
Dessen Antworten auf die Psycho-Attacken aus München kamen meist schnell: "Hoeneß soll sich einem Senilitätstest unterziehen", sagte er über seinen "Lieblingsfeind". 1998 waren die beiden Intimfeinde gemeinsam auf der Geburtstagsfeier von Bayer-Manager Reiner Calmund. Aber sie sprachen kein Wort miteinander.
Umso überraschender waren Hoeneß' moderate Töne, als Leverkusen durch eine 0:2-Schlappe in Unterhaching am letzten Spieltag der vergangenen Saison die Meisterschaft verspielte. "Daum tut mir leid", sagte der mächtige Bayern-Manager danach. Doch der Bayer-Trainer blieb skeptisch: "Das glaube ich nicht. Das ist Heuchelei".
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